| Amtliche Bezeichnung: | Commonwealth der Bahamas |
| Staatsoberhaupt: | Königin Elizabeth II., vertreten durch Generalgouverneur Arthur Hanna (löste im Januar Paul Adderley im Amt ab) |
| Regierungschef: | Perry Gladstone Christie |
| Todesstrafe: | nicht abgeschafft |
| Statut des Internationalen Strafgerichtshofs: | unterzeichnet |
Die Gerichte sprachen nach wie vor Todesurteile aus. Asylsuchende und Migranten, mehrheitlich haitianische Staatsbürger schwarzer Hautfarbe, wurden zwangsweise in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. Einige von ihnen sollen misshandelt worden sein. Weiterhin trafen Berichte über den Einsatz exzessiver Gewalt und andere Übergriffe durch die Sicherheitskräfte ein.
Im März des Berichtsjahrs schaffte der Rechtsausschuss des Kronrats in London, die höchste Berufungsinstanz für die Bahamas, eine Regelung ab, die bei Morddelikten die Verhängung der Todesstrafe zwingend vorgeschrieben hatte. Im Anschluss an diese Entscheidung kündigte der Generalstaatsanwalt für alle zum Tode verurteilten Gefangenen Neuverhandlungen zur Überprüfung ihres Strafmaßes an. Dabei wurden mehrere Todesurteile bestätigt. Gerichte verhängten im Laufe des Jahres zwei Todesurteile, womit sich die Zahl der Todestraktinsassen auf 26 belief. Hinrichtungen fanden indes nicht statt.
Immer wieder trafen Meldungen über exzessive Gewaltanwendung und andere Übergriffe durch die Sicherheitskräfte ein.
Im Januar soll Neil Brown während eines Häftlingstransports zurück ins Gefängnis Fox Hill erschossen worden sein, obwohl er Handschellen trug. Er war nach einem Gefängnisausbruch, in dessen Verlauf ein Wärter sein Leben verloren hatte, wieder aufgegriffen worden. Eine Untersuchungsjury befand einen Gefängnisbeamten des Mordes an Neil Brown für schuldig, das Urteil wurde allerdings bis zur Entscheidung über eine Verfassungsreform ausgesetzt. Der Beamte verrichtete Ende des Berichtsjahrs weiterhin seinen Dienst.
Am 27. März starb Deron Bethel vor seinem Haus durch die Schüsse eines Polizisten, der angab, ihn mit einem Straftatverdächtigen verwechselt zu haben. Die Ermittlungen zu diesem Fall waren Ende des Jahres noch nicht abgeschlossen.
Nach wie vor wurden zahlreiche Migranten, vornehmlich aus Haiti, zwangsweise in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. Einige von ihnen sollen misshandelt worden sein. Am 8. April wurden 187 haitianische Staatsbürger, darunter auch Kinder, auf der Insel Eleuthera zusammengetrieben und in Haft genommen. Später stellte sich heraus, dass 166 von ihnen über gültige Ausweispapiere und 27 über unbefristete Aufenthaltsgenehmigungen verfügten.
Im Oktober verurteilte ein Gericht Alutus Newbold zu 16 Jahren Gefängnis und acht Stockschlägen, nachdem er für schuldig befunden worden war, im Jahr 2004 eine 83-jährige Frau in ihrer Wohnung überfallen zu haben. Das Urteil löste auf den Bahamas eine Debatte über die fortgesetzte Anwendung der Prügelstrafe aus.
Bahamas: Privy Council abolishes mandatory death sentence (ai-Index AMR 14/001/2006)
Bahamas: Flogging – Alutus Newbold (ai-Index: AMR 14/005/2006)