01.02.2007
Es werden weiterhin Todesurteile und Prügelstrafen verhängt. Asylsuchende und Migranten, mehrheitlich Haitianer, werden abgeschoben. Berichten zufolge werden viele misshandelt. Auch von unverhältnismäßiger Gewaltanwendung durch die Polizei wird immer wieder berichtet.
Im März 2006 schaffte das oberste Gericht der Bahamas, der in London sitzende Rechtsausschuss des Kronrates die mandatorische, das heißt für bestimmte Straftaten zwingende vorgeschriebene, Todesstrafe ab. Justizminister Allyson Maynard-Gibson kündigte an, dass erneute Anhörungen stattfinden werden, um das Strafmaß für alle zum Tode verurteilten Gefangene festzulegen. Seit der Gerichtsentscheidung sind einige neue Todesurteile ergangen. 2006 fanden keine Hinrichtungen statt.
Im April 2005 organisierten zwölf Todestraktinsassen im Gefängnis Fox Hill einen dreitägigen Hungerstreik, um gegen ihre unmenschlichen Haftbedingungen zu protestieren. Sie klagten über unzumutbare sanitäre Verhältnisse sowie einen Mangel an Lebensmitteln, Wasser und medizinischer Versorgung. Im Oktober wurde ein Gefängnisneubau in Auftrag gegeben, der 2007 fertig gestellt sein soll.
Im Oktober 2006 wurde Alutus Newbold zu 16 Jahren Haft und acht Stockschlägen verurteilt. Er hatte 2004 eine 81jährige Frau in ihrer Wohnung überfallen. Nach dem Urteil entbrannte eine Debatte über den Gebrauch der Prügelstrafe. In der bahamesischen Tageszeitung Nassau Guardian vom 10. Oktober 2006 forderte Justizminister Allyson Maynard-Gibson der Gebrauch der „neunschwänzigen Katze”.
Neil Brown wurde im Januar 2006 während eines Transportes in das Fox-Hill-Gefängnis von einem Gefängniswärter erschossen. Zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse war er mit Handschellen gefesselt. Ein Gefängniswärter wurde wegen Modes verurteilt, jedoch wurde das Urteil wegen einer ausstehenden Prüfung der Verfassungsmäßigkeit ausgesetzt. Der Wärter ist weiterhin im Dienst.
Am 27. März 2006 wurde Deron Bethel (20) vor seiner Wohnung durch drei Schüsse eines Polizeibeamten tödlich verletzt. Der Polizeibeamter erklärte, er habe ihn für einen verdächtigen Straftäter gehalten. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Anhaltende Berichte sprachen von Misshandlungen an Asylsuchenden und anderen Insassen des Haftzentrums Carmichael. Dort sollen Häftlinge geschlagen worden sein und nur in unzureichendem Maße medizinische Versorgung, Lebensmittel und Wasser erhalten haben. Asylsuchende wurden ohne Zugang zu einem umfassenden und fairen Verfahren zur Feststellung ihrer Flüchtlingseigenschaft zwangsweise in ihre Herkunftsländer zurückgeführt, unter anderem nach Kuba und Haiti.
Haitianischen Einwanderern, deren Zahl gegenüber einer Gesamtbevölkerung von 300.000 inoffiziell auf 60.000 geschätzt wird, schlug eine zunehmend feindselige Stimmung entgegen. Im Jahr 2005 wurden nach Angaben des Einwanderungsministeriums 5.543 illegale Migranten, darunter 4.504 aus Haiti, zwangsweise in ihre Herkunftsländer zurückgeführt.
Am 8. April 2006 wurden 187 Haitianer, darunter auch kleine Kinder, auf der Insel Eleuthera zusammengetrieben und inhaftiert. Später wurde festgestellt, dass 166 legale Aufenthaltstitel besaßen, davon hatten 27 sogar eine ständige Aufenthaltserlaubnis.
Fast jeder 200ste Bahamese ist inhaftiert. Das ist eine der höchsten Pro-Kopf-Raten weltweit. Eine Delegation von amnesty international, die 2002 die Zustände vor Ort untersuchte, stellte folgendes fest: