| Amtliche Bezeichnung: | Kooperative Republik Guyana |
| Staatsoberhaupt: | Bharrat Jagdeo |
| Regierungschef: | Samuel Hinds |
| Todesstrafe: | nicht abgeschafft |
| Statut des Internationalen Strafgerichtshofs: | ratifiziert |
Das Recht auf freie Meinungsäußerung war ernsthaft in Gefahr. HIV-Infizierte und AIDS-Kranke aus randständigen gesellschaftlichen Gruppen hatten nur eingeschränkt Zugang zu Behandlungs- und Therapieangeboten. Im Berichtszeitraum saßen 23 Menschen in den Todeszellen des Landes ein. Gerichte verhängten nach wie vor die Todesstrafe, allerdings fanden keine Hinrichtungen statt.
Aus den Parlamentswahlen im August, die friedlich verliefen, ging die Progressive Volkspartei (People's Progressive Party – PPP) zum vierten Mal in Folge als Siegerin hervor. Nach der Ermordung des PPP-Landwirtschaftsministers Satyadeow Sawh im April war zunächst ein erneutes Ausbrechen der politischen Gewalt zwischen der vorwiegend indoguyanischen PPP und dem hauptsächlich afroguyanaisch geprägten Nationalen Volkskongress (People's National Congress – PNC) befürchtet worden.
Fünf Mitarbeiter einer Zeitung und ein oppositioneller Journalist wurden ermordet.
Am 8. August wurden fünf Mitarbeiter der Zeitung Kaieteur News in der Druckerei des Blattes durch Schüsse regelrecht hingerichtet. Die Gründe für die Morde waren nicht bekannt. Der Eigentümer der Zeitung soll allerdings Morddrohungen erhalten haben, weil Kaieteur News über eine Serie von Vergewaltigungen in der Hauptstadt Georgetown berichtet hatte. Im Zusammenhang mit dem Verbrechen wurden drei Männer unter Anklage gestellt.
Am 30. Januar wurde der Journalist, Talkshow-Moderator und ehemalige PNC-Kandidat Ronald Waddell vor seinem Haus in einem Vorort von Georgetown erschossen. Nach Angaben von Augenzeugen gaben zwei Männer mehrere Schüsse auf ihn ab, als er in seinen Wagen steigen wollte. Ronald Waddell erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Bis Ende 2006 war noch gegen keinen Tatverdächtigen Anklage erhoben worden.
Trotz positiver Maßnahmen zur Sicherstellung des Rechts auf Gesundheit wurden HIV-Infizierte und AIDS-Kranke weiterhin stigmatisiert und diskriminiert, was ihre erfolgreiche Behandlung behinderte. Defizite bestanden vor allem in der Gesundheitsfürsorge und Aufklärung der indigenen indianischen Bevölkerung des Landes. Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen unterhielten, wurden kriminalisiert und diskriminiert, weshalb sie nur eingeschränkt Zugang zu HIV vorbeugenden Maßnahmen, Therapien und Pflege hatten. Außerdem sollen HIV-infizierte Menschen ihre Arbeitsplätze verloren haben. Die Verletzung der Rechte auf Privatsphäre und Vertraulichkeit trug zur Verbreitung der Krankheit bei, weil dadurch Menschen davon abgehalten wurden, sich einem HIV-Test oder einer Behandlung zu unterziehen.
Im Januar reisten Delegierte von amnesty international nach Guayana.