| Amtliche Bezeichnung: | Trinidad und Tobago |
| Staatsoberhaupt: | George Maxwell Richards |
| Regierungschef: | Patrick Manning |
| Todesstrafe: | nicht abgeschafft |
| Statut des Internationalen Strafgerichtshofs: | ratifiziert |
In Fällen mutmaßlicher Tötungen durch Polizeibeamte herrschte im Berichtszeitraum weiterhin Straflosigkeit. Nach wie vor trafen Meldungen über Misshandlungen durch die Polizei ein. Erneut wurden Todesurteile verhängt.
Nach wie vor herrschte ein hohes Maß an Gewaltkriminalität, und im Lauf des Berichtsjahrs wurden 368 Morde gemeldet. Die Verurteilungsrate bei Mordfällen, darunter auch mutmaßliche Tötungen durch staatliche Akteure, blieb indes niedrig. Sowohl der Generalstaatsanwalt als auch der oberste Richter des Landes räumten ein, dass sich Einschüchterungsversuche gegenüber Zeugen außerordentlich negativ auf strafrechtliche Verfahren auswirkten. Im November äußerte die Rechtsanwaltskammer von Trinidad und Tobago ihre Besorgnis über die in ihren Augen praktisch völlig zusammengebrochene Strafjustiz und forderte ein neues Zeugenschutzprogramm sowie verbesserte kriminaltechnische Ermittlungen.
Auch 2006 trafen immer wieder Berichte über gesetzwidrige Tötungen durch staatliche Akteure ein, wobei das herrschende Muster der Straflosigkeit für solche Verbrechen nicht durchbrochen wurde. Im März befand ein Gericht den Polizisten Dave Burnett des im Januar 2004 verübten Mordes an Kevin Cato für schuldig. Dies war das erste Mal seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1962, dass ein Polizeibeamter für einen im Dienst verübten Mord zur Rechenschaft gezogen wurde. Trotzdem waren Berichten zufolge bei den Ermittlungen in 37 weiteren Fällen seit September 2003 verübter mutmaßlicher Tötungen durch Sicherheitskräfte und andere staatliche Akteure kaum Fortschritte zu verzeichnen. Vielfach war die Rede von Einschüchterungsversuchen gegen Zeugen.
Im November wurde Kevon Sween von Polizisten erschossen, die nach den Tatverdächtigen eines wenige Stunden zuvor verübten Mordes fahndeten. Die Polizisten behaupteten, es sei zuerst auf sie geschossen worden, doch Augenzeugen sagten dem Vernehmen nach aus, dass das Opfer unbewaffnet gewesen sei und sich ergeben wollte.
Im Juli erging Freispruch gegen zwei Polizeibeamte, die beschuldigt worden waren, im Juni 2001 Anton Cooper ermordet zu haben, einen Insassen der Untersuchungshaftanstalt Golden Grove. Die Obduktion hatte ergeben, dass sein Tod durch »Ersticken, verbunden mit mehrfachen Verletzungen durch Schläge mit einem stumpfen Gegenstand« eingetreten war.
Immer wieder trafen Berichte über Folterungen und Misshandlungen durch Angehörige der Sicherheitskräfte ein.
Im August sollen vier Polizisten Rabindranath Choon, den Assistenten eines hinduistischen Priesters, dem Vernehmen nach entführt, brutal verprügelt und ausgeraubt haben, als er nach einer Andacht mit dem Fahrrad nach Hause fuhr. Der Mann wurde mehrere Stunden lang festgehalten und dann ohne Anklageerhebung wieder freigelassen. Die Justizbehörden stellten die Polizisten zwar unter Anklage, setzten sie bis zum Gerichtstermin jedoch gegen Kaution auf freien Fuß.
Im November sollen Angehörige der Bereitschaftspolizei neun Insassen der Golden-Grove-Haftanstalt in der Stadt Arouca mit Gummigeschossen verletzt haben, als sie aufgrund der Meldung zum Einsatz angerückt waren, dass ein Gefangener im Trakt für Untersuchungshäftlinge eine Waffe abgefeuert habe. Berichten zufolge verlor bei dem Vorfall einer der Häftlinge ein Auge, während zahlreiche andere Häftlinge Berichten zufolge von Angehörigen der Bereitschaftspolizei verprügelt wurden. Untersuchungshäftlinge hatten im August in der Haftanstalt Gefangenenrevolten organisiert, um gegen mutmaßliche Misshandlungen durch das Aufsichtspersonal, schlechte Haftbedingungen und Verzögerungen ihrer Gerichtsverfahren zu protestieren.
TodesstrafeIm Berichtsjahr wurden mindestens zwei neue Todesurteile verhängt.